Le Dîner de Paris – Deutsche Fassung in Vorbereitung « Er hat mich nie geliebt »

Im französischsprachigen « Bufforoman » von Vincent Lepalestel handelt es sich um die aktualisierte Fassung von „Verdi – Roman der Oper“, die Franz Werfel im August 2017 herausgebracht hat. Bei diesem Unterfangen hat ihm Golo Mann unter die Arme gegriffen.
Eine authentische Fiktion also, die nunmehr den Titel Le Dîner de Paris précédé de Le Sorelle vagabonde“ trägt, Letzteres ein Zitat aus Verdis Macbeth… Die Geschichte hat einen possenhaften Charakter und enthält zahlreiche Anspielungen an das Opern- und Konzertrepertoire der Jahre 1857-58.
In diesem Fall kennen sich Verdi und Wagner aber seit Jahren sehr gut und sind sich auch wirklich mehrmals begegnet, führen auch einen regen Briefwechsel: Hier erlebt man beide am 17.01.1858 – inkognito – anlässlich eines gemeinsamen Mittagessens in Paris. Das authentische Speiselokal hieß damals „Le Dîner de Paris“, daher auch der Titel: Es befand sich unweit von der Opéra Le Pelletier, in der Passage Jouffroy.
Woher hat der Autor seine Wissenschaft, wird man sich fragen dürfen? Lepalestel verdankt sie einem Dutzend apokrypher Briefe, die u. a. von Henri Fantin-Latour, Cosima und Siegfried Wagner, Arrigo Boito, Emanuele Muzio stammen. Dieser Korpus stellt eine Art Ouvertüre dar.
Das eigentliche Theaterstück“ hat zum Gegenstand die Unterhaltung beider Ikonen, wie man es im Falle Mozart und Salieri (Puschkin), Gauß und Humboldt (Kehlmann), oder Fouché und Talleyrand („le Souper“ von J.-Cl. Brisville) erleben kann. Am Tisch der beiden Komponisten ziehen zwei Dutzend prominenter Persönlichkeiten – darunter Turgeniew, Andersen, Degas und der junge Tschaikowsky – vorbei, und es wird geplaudert.
Zwei Überraschungen gibt es in dieser echt vermeintlichen / vermeintlich echten Begebenheit, jedenfalls haben anschließend Verdi und Wagner überhaupt nichts mehr Hieratisches an sich!